Völlig überraschend habe ich vor einigen Wochen erstmals die Geduld aufgebracht, eine Bolognese (oder, wie der Italiener sagt: Ragù) zuzubereiten und stundenlang köcheln zu lassen. Eifriges Googeln (chefkoch reichte diesmal ausnahmsweise nicht) hat mich ausgerechnet zu brigitte.de geführt, aber es war kein Fehler.

Noch überraschender als das Kochen selbst war, wie gut das Ergebnis bei allen Testern ankam, deshalb hier ein bisschen ergänzendes Material zum verlinkten Rezept:

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Man nehme also 3 Möhren, zwei Stangen Sellerie, und eine große Zwiebel. Damit es schön bunt wird, und weil ich das so sehr mag, habe ich natürlich eine rote genommen. Und weil ich das noch mehr mag: noch eine Frühlingszwiebel dazu. Das mache ich aber bei so ziemlich jedem Essen, wäre das Zeug nicht so preiswert, würde ich bestimmt einen Frühlingszwiebelproduzenten allein durchbringen.
Zum Fleisch: Ein bisschen Schweinefleisch sollte mit rein, es macht die Sauce am Ende besser. Aber das muss jeder für sich entscheiden, es geht auch wunderbar nur mit Rinderhack,

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Wozu Farbstoffe, wenn man einfach buntes Gemüse hat? Alles bei mittlerer Temperatur braten, knapp 10 Minuten. Irgendwann sieht das dann so aus:

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Jetzt hat man die Wahl, ob man das Zeug noch kurz mit dem Pürierstab traktieren will, oder es so grob belassen möchte. Auch nach drei Stunden ist natürlich nichts zu Brei zerkocht. Pürieren bringt aber auch nicht so viel; wenn ihr also eine Spülmaschine habt und der Pürierstab dafür geeignet ist, könnt ihr euch die Arbeit machen, ansonsten lasst ihr es eben bleiben.

Als nächstes kommt das Fleisch. Das muss recht lange recht heiß gebraten werden, allerdings finde ich 15 Minuten zu viel. Da man laut Rezept nach 15 Minuten noch drei Minuten lang Tomatenmark mitbraten soll, empfehle ich, insgesamt nicht mehr als 15 Minuten daraus zu machen (12+3). Und danach gut würzen, und vorsicht mit dem Zucker, wenn ihr das Fleisch zu sehr „karamellisiert“, bleibt eine recht unangenehme Note.

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Das war es dann eigentlich auch schon – keine große Kunst. Jetzt einfach die Schältomaten dazu, ein bisschen Wein, Lorbeer und Thymian, und ein Stück Speck, und dann warten und warten und sich über den schönen Geruch freuen, der sich langsam entwickelt und voll Vorfreue die Mahlzeit erwarten lässt.

Und das fertige Produkt nach über 3 Stunden. Speck und Gewürze sind entfernt, und ein Schuss Milch tut hier der Konsistenz gut:

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Lecker! (leider den frischen Parmesan vergessen)
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Viel Spaß beim Nachmachen. Kostet zwar Zeit, aber nach einer Stunde könnt ihr euch auch anderen Dingen widmen und das Ganze alle 30 Minuten mal umrühren. Aber selbst das ist nicht zwingend notwendig.

Galerie:

Kleine Flamme

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